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Wenn Treppen, Namen und Worte schwerer wiegen als Prothesen

«Walk for Sepsis Prevention», Reise-Etappe 4


Schön, dass es dich gibt – DU wunderbares DU


Manchmal sind es nicht die fehlenden Beine, die eine Reise schwer machen, sondern ein paar Treppen in Avignon.


In unserem LIVE-Gespräch vom letzten Sonntag, 21. Juni, war das Bild stark: Ein neues Hotel, «mega super», wie Roger sagt. Erst vor Ort realisierte er, dass das im Voraus gebuchte Hotel ein paar Stufen zu viel und einen Lift zu wenig hatte. Prothesen, das ist das eine – der vollgepackte Bollerwagen das andere. Nach Hilfe fragen hat Roger zwar längst gelernt, nur selbst mit allen Gliedern und vereinten Kräften – nope, nix ging! Als endete er im neuen «Mega-Super-Zimmer» in einem ganz anderen Hotel.


Und da taucht die erste Frage auf:

  • Weiss ich überhaupt, was ich mir da zumute?

  • Habe ich das gut organisiert – für den Körper, den ich heute habe, nicht den von früher

  • Brauche ich Hilfe – und wenn ja, kann ich sie annehmen?


Es klingt so klein: ein paar Treppen. Aber dahinter steckt ein ganzes Paket aus Selbstbild, Stolz, Gewohnheit und der alten Idee: «Ich schaffe das schon allein.»


Bilder von Avignon, © alle von Pixabay

Wenn Beziehungen gehen – und Namen mitgehen sollen

Ein zweites Thema hat uns in dieser Etappe beschäftigt: Beziehungen. Ich habe Roger gefragt: Welche Beziehungen sind geblieben? Welche sind gegangen?

Die Antwort war nicht weich. Sein Ex‑Mann wollte, dass Roger seinen Nachnamen «van Klaveren» wieder abgibt und fortan wieder «Lacher» heissen soll.


Thema Namenswechsel, Familienname, Zugehörigkeit

Ich kenne das auch. Auch in meiner Lebensgeschichte gab es lange dieses Gefühl: «Ich gehöre da eigentlich nicht dazu». Frieden mit der Familie zu schliessen, heisst nicht, dass es plötzlich harmonisch ist. Es kann auch heissen: Ich suche den Kontakt nicht mehr, und das ist okay. Das zu sagen, mögen viele nicht hören. Es ist viel bequemer, in der Familienromantik (im Drama, der Opferrolle) zu bleiben, als anzuerkennen: «Meine Sicht ist eine andere. Und ich darf damit leben.»


Und dann sind da noch die Freunde, Verwandten und Bekannten. Wie haben sie alle deine Sepsis, deine körperliche Behinderung wahrgenommen? Wie sind sie, kommen sie mit dem «neuen Roger» klar? Auch wenn Roger ein Mensch ist, der gerne telefoniert, sogar stundenlang. Doch nicht mehr auf Kommando. Und trotzdem haben sich Menschen darüber echauffiert, dass er «nicht immer gleich antwortet».


Jetzt mal ganz ehrlich: Wenn du eine Sepsis einfängst, im Krankenhaus auf der Intensivstation liegst, und irgendwann zwei Beine und ein paar Finger weniger hast – hast du vielleicht andere Prioritäten, als sofort jede Nachricht zu beantworten. Oder?


Wie gehst DU mit solchem Druck um?

Hier kommt eine wichtige Access-Frage ins Spiel: Gehört das wirklich mir?

  • Die Erwartung, immer verfügbar zu sein.

  • Die unterschwellige Schuld, nicht genug zu reagieren.

  • Die Angst, andere zu enttäuschen.

In Access Consciousness heisst es: «Who does this belong to?» – Wem gehört das?


Who does this belong to?

95 % sind gar nicht deins!

Für dieses Tool gibt es inzwischen eine App (iPhone and Android) von Dr. Dain Heer: «Who Does This Belong To?».

Als ich es für mich entdeckt habe, gab es die App noch nicht. Also habe ich drei Tage lang meine Wohnung mit Post‑Its tapeziert: im Schrank, im Badezimmer, an der Toilette, an jeder Tür, in der Küche. Überall stand: «Who does this belong to?» – Wem gehört das?

Und ich habe mir ernsthaft immer und immer wieder, manchmal mehrmals pro Stunde, die Frage gestellt:

Gehört das, was ich gerade fühle, denke, wahrnehme, wirklich mir?

Spannende Erkenntnis: Etwa 95 % und mehr vom ganzen Mist gehören gar nicht dir. bist wie ein Radioempfänger: Du nimmst Stimmungen, Ängste, Erwartungen, Meinungen aus deiner Umgebung auf – von Familie, Gesellschaft, Kollektiv.


Das heisst nicht, dass du «verrückt» bist. Das heisst, dass du extrem wahrnehmend bist.

Das Tool ist einfach: (ist nur eines der vielen magischen Tools von Access)

  • Du spürst, nimmst wahr: einen Gedanken, ein Gefühl, eine Schwere, ein Unbehagen.

  • Du fragst: «Who does this belong to?» (erklärungen von Dr. Dain Heer)

  • Wird es leichter, war, ist es nicht deins.

  • Du schickst es zurück: «Return to sender with consciousness» – zurück zum Absender mit Bewusst.


Und nein, den Absender musst du nicht kennen. Du musst nicht wissen, zu wem es gehört. Es reicht zu erkennen: Es ist nicht deins. Und dann darf es gehen.


Wenn es schwer bleibt, kannst du fragen:
  • Okay, was ist das?

  • Was wird hier von mir verlangt?

  • Was kann ich tun?

  • Und wie kann es besser werden, als es jetzt ist?


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Die immer gleichen Beziehungen – und diese Bestellungen ans Universum

Ein weiteres Thema war: Warum ziehen wir immer wieder die gleichen Beziehungen an?

Roger wünscht sich eine Partnerschaft. Gleichzeitig sagt er: «Nie wieder, ich hab’ das nur einmal gemacht.» (Bestellung ans Universum)


Ich habe ihn gefragt: Wie hast du denn gewünscht? Meistens klingt es ungefähr so: «Ich wünsche mir einen neuen Mann – aber bitte nicht mehr so wie der letzte.»


Das Universum hört: «Neuer Mann, wie der letzte.» «Nicht» wird einfach elegant überhört.

Und was kommt? Ein und dasselbe in Grün.


Hier beginnt Bewusstsein bei der Sprache. Kommunikation ist mehr als reden. Wie sprichst du mit dir selbst, wenn niemand zuhört?



Selbstgespräche

Du bist dein eigener Programmierer

Wann redest du mit dir selbst? Viele Menschen reden vor allem dann mit sich, wenn etwas nicht läuft:


  • Ich bin so blöd.

  • Ich hätte es wissen sollen.

  • Ich kann das halt nicht.


Ich kenne das. Wenn bei mir etwas nicht funktioniert, war ich früher schnell bei: «Ich Idiot, ich hätte …» – und das ganze Blabla.


Heute kommt schneller der Klick. Dann frage ich mich:

«What fucking feelings do I use to create the shit that I’m choosing?»

Und ja, dann laufe ich manchmal 10 Minuten oder eine Stunde durch die Wohnung, rauf und runter, rechts und links, bis diese Energie sich verändert. Ich habe einen Deal mit dem Herrgott: Ich darf 24 Stunden lang eine richtig blöde, doofe Kuh sein – aber nicht länger.

Das ist keine Esoterik. Das ist Verantwortung für meine inneren Dialoge.

Worte, die wir streichen dürfen

Es gibt ein paar Wörter, die wir aus unserem aktiven Wortschatz bewusst streichen können, weil sie uns nicht dienen:

  • «Man» – Wer ist «man»? Niemand. Du.

  • «Wollen» – zeugt von Mangel.

  • «Brauchen» – «Ich brauche das unbedingt» macht dich automatisch klein und abhängig.

  • «Versuchen»

  • «Eigentlich» – «Eigentlich» ist die Verneinung deiner eigenen Klarheit.

  • «Warum» – führt selten, bis nie in die Veränderung, meistens nur in die Rechtfertigung.


Und dann noch dieses Dauer‑«Kein Problem»

Jemand sagt: «Kannst du mir bitte nicht noch den Zucker rübergeben?»

Eine Aufforderung, eine Verneinung und eine Bitte in einem Satz. Pooh...

Antwort: «Ja, kein Problem.»


Was wäre, wenn wir schlicht sagen würden: «Hier.»? Und der andere: «Danke.»

Worte sind Frequenzen. Ob laut oder leise – sie wirken.

Häng es am Wort «Stress» auf: Schon beim Hören des Wortes zieht sich bei vielen alles zusammen. Wie oft sagst du am Tag «Stress», «ich bin im Stress», «das stresst mich» – und programmierst dein Nervensystem genau darauf?


Entschuldigen, entschuldigen, entschuldigen…

Roger entschuldigt sich in seinen Posts oft – für kleine Dinge. «Oh, Entschuldigung, ich wollte das Dorf nicht beleidigen, es ist ja eine Stadt.»


Ständiges Entschuldigen ist auch eine Sprache. Sie sagt:

  • Ich will niemandem zur Last fallen.

  • Ich will nicht anecken.

  • Ich will ja nur brav sein.

  • Ich will keine Hasskommentare.


Was wäre, wenn du dich weniger entschuldigst – und mehr bewusst wählst, was du sagst? Ohne dich kleiner zu machen, als du bist.


Am Ende: Zuhören – dem Körper, den Worten, dir selbst


Treppen in Avignon, ein neuer Hotelweg, alte Beziehungen, Familiennamen, stundenlange Telefonate, Menschen, die beleidigt sind, weil du nicht sofort antwortest. Schmerzende Prothesen, «kleine Dörfer», Cola Zero, Socken gegen Schmerzen, innere Dialoge, die dich fertig machen.


Das alles sind keine Einzelteile. Es ist ein Muster.

Und mitten in diesem Muster steht immer dieselbe Einladung:

  • Gehört das wirklich mir?

  • Wie rede ich mit mir?

  • Was bestelle ich mit meinen Worten, ohne es zu merken?

  • Wann sage ich automatisch «Ich bin halt so» – statt zu fragen: Was könnte ich jetzt anders wählen?


Vielleicht ist das der grösste Unterschied zwischen Opfer und Gestalter: nicht, ob du eine Treppe mehr oder weniger gehen musst. Sondern ob du bereit bist, dir zuzugestehen, dass 95 % und mehr von dem inneren Lärm gar nicht dir gehören – und du ihn zurückschicken darfst.


Und dass du dann, Schritt für Schritt – auf «Prothesen», in Hotels, in Beziehungen, in deinem Kopf – neu wählen kannst, wie du mit dir umgehst.


Denn in deiner Sprache liegt mehr Kraft. Ob du sie gegen dich oder für dich verwendest, ist eine Entscheidung, die du mehrmals am Tag triffst – oft, ohne es zu merken.

  • Bist du bereit, hinzuhören?

  • Für mehr als gerade genug?

  • Für mehr Leichtigkeit in deinem Leben? Meine Angebote findest du gleich im Anschluss.



Herzlichst,

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Mein nächstes Gespräch mit Roger.




Der Welt-Sepsis-Tag findet jedes Jahr am 13. September statt

  • Bis dahin bleibt diese Reise lebendig.

  • Rogers Weg geht weiter – und mit ihm die Einladung an alle, den eigenen Körper nicht länger zu übergehen.

  • Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einer perfekten Antwort, sondern mit einer einfachen, offenen Frage:




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