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Dem Tod nah – dem Leben geweiht

«Walk for Sepsis Prevention» Reise-Etappe 2


Du liebes, wunderbares Wesen


Wenn Technik ausrastet und Interviewtechnik sich mitverändert. Es gibt genau eine Sache, die mich zuverlässig wahnsinnig machen kann: Technik, die nicht das tut, was ich will. Kein Mensch bekommt mich so schnell auf die Palme wie ein Gerät mit Update‑Laune, WLAN‑Zicken und plötzlich komplett veränderten Oberflächen. Du verstehst, was ich meine? Dein Lieblingsladen, du bist im Schuss und just haben sie alles umgestellt … Die Suche geht los und das Ärgerbarometer steigt.


Gestern war wieder so ein Tag

Mein Telefon macht ein Update, die Verbindung bricht, Facebook sieht plötzlich völlig anders aus, Funktionen sind verschwunden oder versteckt. Wo früher oben drei Punkte waren, um Live‑Einstellungen zu finden, darf ich heute Such‑Rallye spielen. Musik einfügen? Dasselbe in Grün. Änderungen, Änderungen, Änderungen.


Zum Glück habe ich „meine Andrea“

Die kann ich wirklich so nennen. Wenn auf der technischen Seite nichts mehr geht, bleibt sie ruhig. Sie versteht das, sie bleibt dran. Zwei Stunden haben wir versucht, mein Zoom direkt in die angekündigte Live‑Sendung zu bekommen. Zwei Stunden. Hauptprobe geglückt! Happy me! Und dann kam eben gestern, Sonntagabend – LIVE – 18.00 Uhr – die Technik Sh*t – sie wollte einfach nicht.


Und irgendwo zwischen «Bitte, bitte» und «Ich schmeiss’ alles aus dem Fenster» kam bei mir die Frage hoch:


Was, wenn es gerade nicht darum geht, dass es nach meinem Plan läuft?

Erwartungen vs. Wirklichkeit – nicht nur bei der Technik

Seit über sechs Jahren mache ich «KIMAR©Kommunikation ist mehr als reden».

Ich bin gewohnt, mich im Gespräch frei zu bewegen, Fragen spontan zu stellen, Fäden aufzunehmen, Tiefgang und Humor zu mischen. Vor allem mit Frauen – wir kennen das berühmte «Frauenhirn als endloses Knäuel von Kabeln»: Wireless around the world. Alles hängt mit allem zusammen, alles kann irgendwie gleichzeitig.


Männer ticken anders

Ihre berühmten «Boxen» berühren sich nicht. Da ist eine Schachtel für Arbeit, eine für Beziehung, eine für Gefühle, die berühmte «Nothing Box» – und die bleiben schön sortiert. Das ist weder gut noch schlecht. Es ist einfach anders.


Im Live mit Roger ist mir das gestern so deutlich bewusst geworden wie selten.

Ich habe gemerkt, dass vieles nicht so läuft, wie ich das von mir im Gespräch gewohnt bin. Ich habe ihn öfter unterbrochen – eine meiner Unarten. Shame on me. Sorry dafür, Roger.


Und gleichzeitig habe ich gemerkt: Ich kann ihm nicht einfach spontan «quer» eine Frage reinschiessen wie:

„Was hat das mit dir gemacht, als du gemerkt hast, du läufst jetzt von Basel bis Playa de Inglés ohne Beine?“

Für mich ist klar: Wenn ich alleine gehe – zu Fuss mit dem Velo, am Fluss entlang –,dann sinniere ich. Ich gehe innerlich zurück.

  • Was war da?

  • Wie habe ich mich gefühlt?

  • Was hat das mit meinem Leben gemacht?

  • Diese Reflexionsspur ist bei mir automatisch offen.


Bei Roger kommt eher: Vorbei ist vorbei

Die Vergangenheit ist passiert. Punkt. Man kann sie nicht ändern.

Und dann macht er Witze darüber, dass die im Basler Krankenhaus gute Arbeit geleistet haben, «gar nicht so schlechte Näher» sind, wenn man so seine Narben anschaut. Humor, ja.


Aber die Frage: Was hat dazu geführt, dass er jahrelang nicht auf seinen Körper gehört hat – die bleibt eher im Hintergrund.


  • Habe ich falsch gefragt – oder wünscht jemand, nicht hinzusehen?

  • Nach solchen Gesprächen fange ich an zu grübeln.

  • Habe ich falsch gefragt?

  • Hat er mich missverstanden?

  • Was will er (noch) nicht sehen?

  • Was will er nicht spüren?


Für mich ist Gewahrsein

Wenn ich hören will, muss ich auch fühlen. Und daraus Gewahrsein entwickeln:

  • Was wiederhole ich immer wieder?

  • Welche Sätze, welche Muster, welche «Man‑Sprache»?

  • Man sollte, man müsste, man könnte.

  • Wer ist «man»?

  • Niemand!

  • Weder du noch ich!

  • Das ist genau der Punkt:

In der Ich‑Form zu sprechen macht einen Unterschied.

Roger hat gestern sehr klar erzählt, was man ihm beigebracht hat:

  • Was anständig ist.

  • Was man zu tun hat.

  • Dass man funktioniert.

  • Noch einmal.

  • Und noch einmal.

  • Und erneut... bis...


Ich höre da die Programmierung eines ganzen Lebens: Funktionieren statt fühlen.

Und dann kommt die leichte Aggression – zum Beispiel gegenüber Franzosen. Er spricht für meine Verhältnisse ausgezeichnetes Französisch. Aber wenn jemand merkt, dass er ein Wort sucht und ins Englische wechselt, erlebt er das als Arroganz.


Ich kenne die Franzosen aus einer völlig anderen Welt:

Jährliche Jazz‑Tanz‑Weiterbildungen an der Sorbonne, bei internationalen Grössen wie Matt Mattox, Gus Giordano, Jacques Albernac, Madame Winkelmann. Die Trainingssprache war Englisch, die Fachbegriffe im klassischen Tanz Französisch – ein wunderbarer Mix. Matt – Amerikaner –-sagte zu seiner Frau «Chérie», sie – Französin – zu ihm «Darling». Es war herrlich.

Spannend, wie unterschiedlich Erfahrungen einfärben, was wir heute wahrnehmen.

Nächte, Träume und der lange Weg zum Loslassen


Roger erzählt von seinen Träumen:

Wie er mit seinem neuen Bollerwagen unterwegs, der Rhône entlang. Er möchte ans Wasser runter, einfach nur runter ans Wasser. Es sieht wie er stürzt. Wie Horrorszenen laufen ab. Albtraum, wälzen, um sich schlagen, reden, schreien, aufwachen....


Und daraus formt er dann die Konsequenz:

Er sagt, es könne gerade niemand bei ihm schlafen.

Wenn er in einer Beziehung wäre, könnte «man» nicht im selben Zimmer schlafen.


Da ist so viel drin:

Angst, Kontrollverlust, Scham, Wucht dieser ganzen Geschichte.

Und gleichzeitig noch viele Schritte bis zum wirklichen Loslassen. Bis zu dem Moment, wo klar wird: Sepsis ist nicht einfach vom Himmel gefallen. Da war ein Leben davor, in dem Körpersignale übergangen wurden.


Wenn Wasser in Träumen auftaucht, berührt das fast immer tiefe Schichten der Psyche. In vielen psychologischen Deutungen steht Wasser für Gefühle, das Unbewusste und alles, was «unter der Oberfläche» wirkt.

  • Ruhiges Wasser (See, Fluss) wird oft mit innerer Ruhe, emotionaler Klarheit oder einem geordneten Gefühlsleben verbunden.

  • Unruhiges, dunkles oder bedrohliches Wasser (Flut, Strudel, Hochwasser) weist eher auf überfordernde Emotionen, alte Traumata oder Ängste hin, die sich melden.

  • Ans Wasser hinwollen – wie bei Roger – kann symbolisch zeigen:

    • Da ist ein starker Wunsch, den eigenen Gefühlen näherzukommen, sich zu reinigen oder etwas innerlich zu klären, gleichzeitig aber auch die Angst vor Kontrollverlust.


Gerade bei jemandem wie Roger, dessen Körper jahrelang übergangen wurde, lese ich solche Wasser‑Träume auch als Sprache des Körpers. Da meldet sich etwas, das tiefer liegt als der Verstand – alte Angst, Kontrollverlust, der Schock der Sepsis, all das, was damals keinen Platz hatte.


Unser Unbewusstes findet oft Bilder, lange bevor wir bereit sind, die eigentlichen Gefühle bewusst zu fühlen – und genau deshalb lohnt es sich, hinzuhören, bevor der Körper wieder auf die harte Tour sprechen muss.



Ich habe mir inzwischen eingestanden:

Ja, ich muss meine Interviewtechnik mit ihm anpassen.

Er braucht Zeit. Er geht in eine Box, in eine Schachtel. Und wenn er in dieser Schachtel ist, dann ist er da. Punkt.


Darum habe ich ihm diesmal die Fragen für nächsten Sonntag, 14.6.26, ca. 18.00 Uhr, schon im Voraus geschickt. Du möchtest LIVE dabei sein?

Der Tag X – Sepsis & Zusammenbruch

Fokus: Crash, Schuld, Scham – meine Arbeit mit Krisen


    • Wie kam es konkret zum Darmdurchbruch?

    • Wie schnell entwickelte sich die Sepsis, was weisst du davon?

    • Welche Gefühle waren dominant: Angst, Schock, Schuld, Wut?

    • Wenn du heute auf „Tag X“ schaust: Was hättest du damals gern von jemandem gehört?


Ganz anders, als ich es vom Fernsehen gewohnt bin. Dort haben wir während der LIVE-Vorbereitung, nie nochmals über die Inhalte gesprochen. Beim Abholen der Gäste gab es nur Wetter, Anreise, Stau – Small Talk. Damit es in der Sendung frisch bleibt und niemand sagen kann: «Das habe ich doch vorhin schon erzählt.»



Mit Roger spüre ich:

Er braucht Vorlauf

Die Frage muss erst in seiner Box landen, da darf sie liegen, wirken, vielleicht bewegen. Und genau das respektiere ich zunehmend.


Wunschlos glücklich – oder einfach gut abgerichtet?


Im Gespräch habe ich ihn gefragt:

«Wenn du dir jetzt etwas wünschen könntest – was wäre das?»


Seine Antwort: «Ich bin wunschlos glücklich. Es ist alles in Ordnung.»


Ein Teil von mir denkt:

Wie schön, wenn das stimmt.


Ein anderer Teil hört auch:

«Veränderung ist gefährlich. Bleiben wir lieber da, wo wir uns auskennen.»


Ich lebe seit Jahren in den offenen Fragen wie:

Was ist sonst noch alles möglich?

Wie kann es noch besser werden, als es gerade ist?


Und ganz besonders:

Gehört das wirklich mir?


Genau das möchte ich dir, Roger, mit auf deinen Weg geben.

Nicht als «Du solltest», nicht als «Man müsste», sondern als leise Einladung:

Du darfst dein eigenes Leben neu anschauen.

Du darfst herausfinden, was dich dahin geführt hat,

dass dein Körper irgendwann nur noch mit Sepsis und Amputationen reagieren konnte.


Technik, die triggert – und der einzige Ort, an dem es wirklich zählt

Ja, Technik kann mich verunsichern. Echt wahr!

Updates, neue Menüs, Buttons, die verschwinden – das ist gefühlt der einzige Bereich, in dem ich richtig wütend werden kann.


Aber die eigentliche Verunsicherung gestern war eine andere:

Das Gefühl, dass wir im Gespräch über vieles gesprochen haben – und gleichzeitig weiterhin nicht bei dem Konkreten sind, das ICH so gern berühren würde.


Vielleicht ist genau das der Punkt:

  • Meine Aufgabe ist es nicht, Roger in mein Tempo und meine Tiefe zu pressen.

  • Meine Aufgabe ist es, Fragen zu stellen, Räume zu öffnen und zuzulassen, dass sein Weg anders aussieht als meiner – und trotzdem wertvoll ist.


Und deine Aufgabe, du wunderbares, unendliche Wesen?

  • Vielleicht ist sie viel einfacher und gleichzeitig unbequemer, als dir lieb ist:

  • Nicht auf Technik‑Perfektion zu warten.

  • Nicht auf den grossen Crash.

  • Sondern jetzt hinzuschauen, wo du funktionierst, statt fühlst.


Wenn du beim Lesen merkst, dass dich das trifft – dass du selbst ständig „«mansollte, man müsste, man kkönnte»sagst und dabei deinen Körper iignorierst –,dann nimm das ruhig als Einladung.


Du musst nicht so lange warten, bis dein Leben dich in den OP oder auf die Intensivstation zwingt.


Du darfst früher etwas ändern.


Ich begleite Menschen, die keine Lust mehr haben, auf Autopilot zu laufen – und bereit sind, bewusst zu wählen, bevor es sie komplett zerlegt.


Herzlichst,

deine Coach für mehr Lebensqualität




PS: Komm' sei dabei. Fühle dich herzlichst von Roger und mir eingeladen.







Hier beginnt meine eigentliche Arbeit

Menschen zu begleiten, die nicht erst auf den grossen Crash warten wollen, sondern jetzt etwas ändern möchten. Menschen, die lernen wollen, sich selbst wieder zu hören. Menschen, die bereit sind, ehrlich hinzuschauen und neue Möglichkeiten zu wählen.


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Der Welt-Sepsis-Tag findet jedes Jahr am 13. September statt

  • Bis dahin bleibt diese Reise lebendig.

  • Rogers Weg geht weiter – und mit ihm die Einladung an alle, den eigenen Körper nicht länger zu übergehen.

  • Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einer perfekten Antwort, sondern mit einer einfachen, offenen Frage:




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