Dein Körper als Kompass – wie ich meinen schon früh genutzt habe
- Ruth Aschilier

- vor 6 Tagen
- 5 Min. Lesezeit
Hallo, du liebes, wunderbares Wesen
Wenn ich heute von «Körper als Kompass» spreche, merke ich: Mein System funkte schon sehr früh – lange bevor ich wusste, dass man das so nennen kann. Mit 16 sagte etwas in mir: «Tschüss.» Kein grosser Plan, keine ausgefeilte Strategie, einfach ein klares inneres Wissen: Hier bleibe ich nicht. Ich ging.
Mit 18 dann England. Damals durftest du ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten offiziell kaum etwas alleine entscheiden – aber mein Körper wusste: «Ich brauche Abstand, Raum, andere Luft.» Also bin ich los. Nicht, weil es «vernünftig» war, sondern weil das Kribbeln in mir stärker war als die Angst. Mein GPS hatte entschieden, lange bevor mein Kopf nachkam.

Ich habe viele Branchen ausprobiert – es waren die Jahre der Hochkonjunktur, die in die erste grosse Krise kippten. Für viele war die Devise: festhalten, Sicherheit, Position verteidigen. Für mich war es anders: Mir wurde rasch langweilig. Wenn mein Körper innerlich die Schultern hängen liess, müde, schwer wurde, war das mein Zeichen: «Hier bin ich durch.» Also bin ich genauso schnell wieder gegangen. Nicht aus Flucht, sondern aus einem tiefen Wissen:
Wenn ich innerlich schon ausgestiegen bin, bringt es nichts, äusserlich zu bleiben.
In den 80ern hatte ich Familie. Plötzlich ging es nicht mehr nur um meinen Kompass, sondern auch um den einer kleinen Seele, die mit mir unterwegs war. Und gleichzeitig blieb ein Thema: Was tun, damit der Koller nicht kommt? Mein Körper hätte schreien können – eingesperrt in Routine, nur noch Funktionieren zwischen Haushalt, Arbeit, Organisieren, Ehefrau und Mutter.
Also habe ich etwas eingeführt, das bis heute mein Rettungsanker ist: den Sonntag als heiligen Tag zu etablieren. Sonntags – und das hat sich nie geändert – war und ist Raum für meine und unsere Freude: Ausflüge, Vergnügen, kleine und grössere Reisen, die meiner Tochter und mir gefielen. Kein Pflichtprogramm, kein «Man sollte», sondern: Was fühlt sich heute lebendig an? Wo wird es weit im Körper, wo beginnt etwas zu leuchten?
Rückblickend sehe ich...
Mit 16 war mein Körperkompass die Rebellin, die «Nein» sagte, als alle «Ja, so macht man das» riefen.
Mit 18 war er die Sehnsucht nach Weite, nach einem anderen Land, nach anderen Möglichkeiten.
In den Krisen der Arbeitswelt war er die gnadenlose Ehrlichkeit, die mir zeigte: «Hier stumpfst du ab – weitergehen.»
Mit Familie wurde er zur Hüterin meines heiligen Sonntags, der dafür sorgt, dass ich nicht in der Rolle als «Dienstleisterin für alle» verschwinde.
Während meiner Ehe glaubte ich lange, keine Wahl zu haben – also hat mein Körper für mich entschieden. Doppelseitige Lungenentzündung, bis ich fast erstickt wäre. Nach dem Skiurlaub ein Salmonellenbefall, der auf resistente Antibiotika traf. Am Ende die Diagnose: operieren – oder alle drei Monate zur Biopsie. Ich wählte die OP. Danach habe ich dann auch die Trennung in Erwägung gezogen.
Seit der Scheidung 1991, gilt bis heute: Werde ich «einfach so» krank, frage ich mich zuerst: «Was will mein Körper mir gerade sagen?» Mein Körper ist nicht mein Gegner – er ist mein frühestes Warnsystem.
Und als meine Tochter 16 war, hat ihr Körperkompass genauso klar gesprochen wie meiner damals: ab in die USA. Sie ist heute noch dort – ihr Weg, ihre Weite, ihre eigene innere Navigation. Ich habe damals die sichere Variante gewählt und die Arbeit beim SRF vorgezogen, doch mein System wusste: Ich muss nicht denselben Kontinent wechseln, um meinem Kompass treu zu bleiben.
So sind wir zwei Generationen, die unterschiedlich entschieden haben – und doch nach demselben inneren Prinzip leben: Der Körper zeigt, wann es Zeit ist zu gehen, zu bleiben, Neues zu wagen oder eine vermeintlich «vernünftige» Wahl zu treffen, die sich innerlich trotzdem stimmig anfühlt.
Heute würde ich sagen
Mein Körper war immer mein GPS, auch als ich das Wort noch nicht kannte. Er hat nie in Bewerbungsformularen gesprochen, nie in «vernünftigen» Lebensläufen – aber sehr klar in Langeweile, Enge, Müdigkeit und ebenso klar in Kribbeln, Vorfreude, Lust auf Neues.
Wenn du deinen eigenen Weg anschaust
Wo hast du schon als Kind oder Jugendliche:r gewusst «Hier nicht», «Da lang», lange bevor dein Kopf dafür eine Erklärung hatte? Und was wäre, wenn du – genau wie damals – deinem Körper wieder etwas mehr zutraust als den Stimmen von «Man sollte» und «Das gehört sich so»?
Welches «Ja, aber …» ist dir gerade durch den Kopf geschossen?
«Bei mir geht das nicht, weil …»,
«In meinem Alter …»,
«Mit meinen Verpflichtungen …»
– das sind oft nicht Fakten, sondern dein innerer Kritiker im Autopilot.
Wenn du magst, schau dir genau dieses «Ja, aber» einmal ehrlich an und frag stattdessen: «Stimmt das wirklich – oder ist das nur eine alte Geschichte?»
Bevor du startest, kannst du eine einfache Wahrnehmungsübung machen und oder den
Fragebogen LOVERS BOOTCAMP – BE SHAMELESS YOU ausfüllen und oder dir das
E-Work-Book: Wie geht es dir wirklich? GRATIS herunterladen, das du ganz in Ruhe durchgehen kannst.
«The Big 5» oder:
Gott schütze meine Gesundheit – und meine stinkfaulen Ausreden, warum es nicht geht.
Wir reden so gern von unseren Träumen, Zielen, BIG 5. Und gleichzeitig pflegen wir heimlich unsere «BIG 5 der Ausreden», die uns zuverlässig im Verharren und Erstarren halten:
«Ich habe keine Zeit.»
«In meinem Alter macht man das nicht.»
«Mit Familie/Job/Verantwortung geht das halt nicht.»
«Erst wenn — dann darf ich.»
«Ich bin halt nicht der Typ dafür.»
Das sind keine Fakten
Das sind Mauern aus Schlussfolgerungen, die wir uns Stein für Stein selbst gebaut haben:
«Wenn ich X tue, verliere ich Y.»
«Wenn ich Nein sage, bin ich egoistisch»
«Wenn ich sichtbar werde, verliere ich Zugehörigkeit.»
Meine Einladung:
Schreib dir mal ehrlich deine fünf Lieblingsausreden auf. Genau die, die immer auftauchen, wenn du kurz davor bist, etwas zu wählen, was wirklich deins wäre. Und dann frag dich:
Dienen sie meiner Gesundheit –
oder nur meiner Angst,
meiner Bequemlichkeit und
meiner alten Familiengeschichte?
Welche deiner «BIG 5 – Ausreden» bist du bereit, als erste einzureissen?
Magst du mir deine fünf nennen?
Dann kann ich dir helfen, sie in klare Sätze zu bringen, die sich wie dein persönlicher Kompass anfühlen?
Du hast mehrere Möglichkeiten
ÜBUNG:
Für Access gibt es keine verpflichtenden «Punkte», die du selbst an dir drücken musst – aber du kannst dich selbst im Alltag hervorragend in Stressmomenten unterstützen, indem du deinen Körper bewusst einbeziehst. Hier ein paar achtsame, Access‑ähnliche Punkte, die du während des Tages verwenden kannst:

1. Nacken und Schulterrücken («Schaltzentrale»)
Leg die Handflächen sanft auf den Nacken oder die Schulterregion.
Atme 3–4 Mal tief in die Handflächen hinein.
Frage innerlich: «Welche Belastung kann ich jetzt loslassen?»
2. Schläfe – Schläfe (Temple Points)
Lege Zeigefinger und Mittelfinger beider Hände auf die Schläfen, leicht drücken.
Ein paar Atemzüge spüren, ob du Spannung im Kopf, in Gedankenkreisen oder in der Stirn wahrnimmst.
Stelle dir vor, wie der Stress wie warmes Wasser zwischen den Fingern hindurchfliessen darf.

3. «Third Eye» – Mitte der Stirn
Zeigefinger und Mittelfinger auf die Mitte der Stirn legen, leicht nach unten.
Frage: «Welche Gedanken muss ich gerade nicht mehr glauben?»
Ein paar Atemzüge hierbleiben, dann Finger loslassen und bewusst ausatmen.
4. Handgelenke (Pulsareal)
Beide Hände fest um deine Handgelenke schliessen (oder andersherum), leicht andrücken und lösen.
Bild: «Mein System darf sich neu synchronisieren.»
Nutze diesen «Reset» zwischen Terminen, vor einem schwierigen Gespräch oder nach einer negativen Nachricht.

5. Füsse – Bodenkontakt
Wenn du stehst oder sitzt, spüre deine Füsse auf dem Boden.
Drücke mal die Ferse, mal die Zehen leicht Richtung Boden.
Innen: «Ich darf jetzt hier sein, statt nur im Stress zu funktionieren.»
6. Brustkorb – Herzferner Zugang
Leg eine Hand auf die Mitte der Brust, die andere auf den Rücken.
Spüre, ob du «von innen» mehr Luft brauchst oder weniger Druck.
Frage: «Welche Geschichte darf leichter werden?»
Du brauchst keinen Plan, keine «Punktkarte» – wichtig ist, dass du im Alltag immer wieder kurz anhältst, fühlst und dich von der Geschwindigkeit trennst.
März Themen – Körper, Energie & Alltagspraxis
Mein erstes März-Gespräch mit Cornelia Imseng, Ayurveda-Profi aus Basel, als Podcast oder auf meinem YouTube-Kanal.
Mit uns reden, Fragen stellen und Antworten bekommen, kannst du natürlich in unserer Facebook-Gruppe THE LOVERS BOOTCAMP - fühle dich herzlichst eingeladen.
Ruth




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