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Barrieren beginnen im Kopf

«Walk for Sepsis Prevention», Reise-Etappe 10 / Teil 1



Hallo, Du wunderbares DU


Stell Dir mal vor, nur kurz, für ein paar Augenblicke … wenn sich Deine Barrieren auflösen würden. Was wäre dann alles möglich?





Behinderung ist nicht immer sichtbar

Das Gespräch über Diskriminierung und Barrierefreiheit war schwierig – vielleicht gerade deshalb wichtig. Denn eine Behinderung ist nicht immer sichtbar. Und eine Barriere ist nicht immer eine Treppe, ein fehlender Lift oder eine zu schmale Tür.


  • Manchmal ist eine Barriere ein Urteil.

  • Ein Blick.

  • Ein Spruch.

  • Ein Mensch, der sich keine Sekunde fragt, was sein Verhalten für andere bedeutet.


Barrieren und Begrenzungen beginnen oft in unseren Köpfen. Dort, wo wir uns selbst erzählen, wir seien nicht gut genug. Dort, wo wir andere Menschen vorschnell einordnen. Dort, wo wir glauben, unsere Bedürfnisse seien wichtiger als die der anderen.


Roger sagte, er wünsche sich Toleranz. Eine schöne Aussage – aber was bedeutet sie wirklich? Reicht es, Menschen mit Behinderung «zu tolerieren» ? Oder geht es nicht vielmehr darum, alle Menschen als selbstverständlich gleichwertigen Teil des öffentlichen Lebens zu sehen?


Aus meiner Sicht geht es um Bewusstsein

Um ein Bewusstsein, das alles enthält und nichts wertet. Eines, das innehält und fragt: Was braucht dieser Mensch gerade, damit er oder sie sich sicher, selbstständig und würdevoll bewegen kann?


Welche Wahl treffe ich? (… ich habe immer eine Wahl, zu jeder Zeit)

Frage ich nach, ob jemand Hilfe braucht?

Wenn die Antwort ja lautet – für wie viel Hilfestellung bin ich bereit?

Wenn die Antwort nein lautet – kann ich es als einfaches NEIN akzeptieren?


Was für Dich klein ist, kann andere blockieren


Ein Lift, der nicht funktioniert, kann für jemanden mit schweren Taschen mühsam sein. Für eine Person im Rollstuhl, mit einer Gehhilfe oder mit eingeschränkter Mobilität kann er aber bedeuten: Der Weg ist zu Ende.


Die taktilen Leitstreifen an Bahnhöfen, auf Trottoirs oder am Flughafen sind keine Dekoration. Sie helfen blinden und sehbehinderten Menschen, sich zu orientieren und möglichst selbstständig unterwegs zu sein. Werden sie mit Koffern, Velos, Verkaufsständen oder Menschengruppen verstellt, wird aus einer Hilfe ein Hindernis. Taktil-visuelle Markierungen sollen genau diese Selbstständigkeit und Sicherheit unterstützen.



Auch Menschen, die schlecht hören oder gehörlos sind, brauchen andere Formen von Zugänglichkeit: Sichtkontakt beim Sprechen, visuelle Signale statt nur akustischer Durchsagen, Lichtsignale an der Türglocke oder gut lesbare Informationen. Für manche Menschen kann wiederum Lärm, ein dauerndes Rascheln, Kies unter den Füssen oder eine Reizüberflutung zu einer enormen Belastung werden.



Barrierefreiheit heisst deshalb nicht: Wir bauen irgendwo eine Rampe hin und sind fertig. Sie bedeutet, Räume, Informationen und Angebote so zu gestalten, dass Menschen mit unterschiedlichen körperlichen und sensorischen Voraussetzungen sie möglichst ohne fremde Hilfe nutzen können. Dazu gehören schwellenlose Wege, breite Türen, barrierefreie Toiletten sowie visuelle, akustische und tastbare Orientierungshilfen.


Der Parkplatz ist nicht «gerade frei»


Auch ein Behindertenparkplatz ist kein bequemer Parkplatz für Leute, die «nur schnell» was erledigen wollen. Er schafft den Platz, den manche Menschen brauchen, um die Autotür weit zu öffnen, einen Rollstuhl auszuladen, sicher umzusteigen oder sich mit einer Gehhilfe zu bewegen.

Wer dort parkiert, weil gerade niemand sichtbar wartet, denkt nur bis zur eigenen Motorhaube. Vielleicht kommt die Person, die genau diesen Platz braucht, erst fünf Minuten später. Vielleicht sitzt sie bereits im Auto und muss umkehren. Vielleicht wird aus einem einfachen Einkauf eine mühsame, demütigende oder unmögliche Angelegenheit.


Ein öffentlicher Raum für alle

Es gibt Menschen, die mit Behinderungen geboren werden. Andere werden durch Unfall, Krankheit, Alter oder eine vorübergehende Einschränkung in ihrer Mobilität verändert.


Ziel sollte immer sein: so viel Selbstständigkeit wie möglich, so viel Unterstützung wie nötig und so viel Würde wie selbstverständlich.

Wie sieht ein öffentlicher Raum aus, der allen Menschen gehört?

  • Er ist frei von unnötigen Hindernissen.

  • Er ist verständlich beschildert.

  • Er ist nicht zugestellt.

  • Er funktioniert auch für Menschen, die anders sehen, hören, gehen, denken oder reagieren.

  • Und er wird von Menschen genutzt, die nicht nur auf den eigenen Vorteil schauen.


Die wichtigste Frage bleibt: Bin ich heute Teil des Hindernisses – oder Teil der Lösung?



Du möchtest Deinen Blick und Geist befreien von allen Vorurteilen?


Herzlichst

Ruth



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PS: 


Die bisherigen LIVE-Gespräche findest Du auf YouTube und oder als Podcast.

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Der Welt-Sepsis-Tag findet jedes Jahr am 13. September statt

  • Bis dahin bleibt diese Reise lebendig.

  • Rogers Weg geht weiter – und mit ihm die Einladung an alle, den eigenen Körper nicht länger zu übergehen.

  • Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einer perfekten Antwort, sondern mit einer einfachen, offenen Frage:




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